Chronik

Als Gründungsjahr der ältesten Gemeinde im Kirchenbezirk Völklingen gilt 1923. Dieses Jahr wird in den Geschichtsbüchern als Krisenjahr der Weimarer Republik bezeichnet. Es standen sich am Existenzminimum lebende Arbeiterfamilien auf der einen Seite und eine ausschweifende Kunst- und Kulturgesellschaft ("die goldenen Zwanziger") auf der anderen Seite gegenüber. Hungernde Menschen, Obdachlose und Kriegsinvaliden prägten das Alltagsbild. Viele Menschen verloren durch Kriegsniederlage und Geldentwertung ihr Selbstwertgefühl. Und dennoch fand man Lösungen um dieser Situation entgegen zu wirken. Die technische Entwicklung schritt schnell voran und der Wohnungsnot wurde mit Siedlungen im Bauhausstil entgegengewirkt.

Gründung der Gemeinde und erste Gottesdienste

Es war eine Zeit im Wandel, in der sich sieben Menschen aus Wallerfangen entschlossen dem Neuapostolischen Glauben beizutreten. Sie legten mit dieser Entscheidung den Grundstein zur weiteren Entwicklung der Gemeinde. Zunächst stand in Wallerfangen selbst kein Kirchenlokal zur Verfügung. Rund zwei Jahre lang legte man jeden Sonntag den weiten und oft beschwerlichen Weg nach Klarenthal zum Besuch der Gottesdienste zurück. Ab 1926 konnten die Gottesdienste in Wallerfangen gefeiert werden. Familie Helmer stellte hierfür einen Teil Ihres Wohnhauses in der Wallstraße 6 zur Verfügung. Bereits im Dezember des gleichen Jahres wuchs die Mitgliederzahl der jungen Gemeinde auf 13 Personen. Peter Helmer empfing das Diakonenamt und im Oktober des folgenden Jahres das Priesteramt. Gleichzeitig wurde er als Vorsteher mit der seelsorgerischen Leitung der Geimeinde betraut.

Verlust des Kirchenlokals

Von Wallerfangen aus entstanden auch die Gemeinden Dillingen und St. Barbara. Die in Dillingen wohnenden Mitglieder besuchten bis zur eigenen Gemeindegründung an Christi Himmelfahrt 1928 die Gottesdienste in der Wallstraße. Vorsteher Helmer war 1931 zum Hirten ordiniert worden. Die von der Familie Helmer zur Verfügung gestellten Räume konnten nur bis 1936 genutzt werden. Die damalige Regierung bestimmte, dass die als Kirchenlokal genutzten Räumlichkeiten zu Wohnzwecken vermietet werden müssen. Die Gemeinde besuchte fortan die Gottesdienste in Saarlouis. Hirte Helmer wechselte zur neu gegründeten Gemeinde nach Merzig.

Rückkehr nach Wallerfangen

Die Rückkehr nach Wallerfangen erfolgte am 1. Januar 1950. Zu diesem Zeitpunkt war die jüdische Synagoge in der Gartenstraße 2 von der Neuapostolischen Kirche gepachtet worden. Später wurde das Gebäude von der Synagogengemeinde Saar abgekauft. Priester Nikolaus Zenner ( ab 1954 Hirte und auch Vorsteher von Saarlouis) diente der Gemeinde bis 1956 als Vorsteher. Sein Nachfolger wurde 1956 Priester Albert Tilk. Nach dessen plötzlichem Tod 1960 betreute der Vorsteher von Dillingen, der spätere Hirte Müller, bis 1966 auch die Wallerfanger Gemeinde. Im März 1963 empfingen die Diakone Rudolf Glaser und Horst Hellenbrand das Priesteramt. Rudolf Glaser wurde gleichzeitig nach Wallerfangen versetzt. Ab 1966 wirkte Priester Rudolf Glaser bis zu seiner Ruhesetzung 1985 als Vorsteher von Wallerfangen. Der sechste Vorsteher der Gemeinde wurde Priester Horst Hellenbrand, der 1975 zur Unterstützung als Priester und Dirigent mit seiner Familie in die Gemeinde Wallerfangen versetzt wurde. Im März 2001 empfing Horst Hellenbrand das Hirtenamt und wurde im Juli des gleichen Jahres zudem Vorsteher der Gemeinde Dillingen. Rund 19 Jahre prägte Hirte Hellenbrand die Gemeinde in seinem Dienen als Vorsteher. Im Oktober 2004 trat er in den Ruhestand. Von Februar 2004 bis März 2009 übernahm Dr. Pascal Strobel die Leitung der Gemeinde. Er ist nun als Bischof für die seelsorgerische Betreuung in den Gebieten Belgien, Luxemburg, Rheinland-Pfalz und Saarland verantwortlich.

Die Gemeinde heute

Im März 2009 wurde Hirte Winfried Pitan mit der Leitung der Gemeinde beauftragt. Ihm zur Seite stehen ein Evangelist, ein Priester und ein Diakon. Derzeit zählt die Gemeinde 44 Mitglieder. Die Gottesdienste finden Sonntags morgens und Donnerstags abends statt und werden von einem Chor umrahmt. Eine Organistin begleitet den Gemeindegesang.


Die Gemeinde an Palmsonntag 1934

Albert Tilk (re) und Priester Schöner


Horst Hellenbrand (li) und Pascal Strobel

Peter Helmer


Nikolaus Zenner

Rudolf Glaser


Die Gemeinde während eines Gottesdienstes 1957

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