Neuapostolische Christen luden zum GedenkenSechzig Jahre nach dem Erwerb des verwaisten jüdischen
Gotteshauses in Wallerfangen durch die Neuapostolische Kirche gedachten Christen
und Juden gemeinsam der früheren Synagogengemeinde im Ort. Neben dem neuapostolischen
Bischof Pascal Strobel und dem evangelischen Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann zählte
auch Richard Bermann, Vorstandsvorsitzender der Synagogengemeinde zu den Besuchern
des Abends. In einem Gedenkvortrag beleuchtete Bezirksältester Harry Königstein
von der neuapostolischen Gemeinde wie das historische Gotteshaus 1893 unter der
Mitwirkung der christlichen Bevölkerung feierlich eröffnet wurde. Doch rund fünfzig
Jahre später kamen auch Juden aus Wallerfangen in Konzentrationslagern zu Tode,
wie Dokumente des Vereins für Heimatforschung im Ort belegen. „Diesen
Opfern gilt heute unsere Liebe und Achtung“, so Harry Königstein. „In
ihrem Menschenleben können wir ihnen dies nicht mehr zeigen. Möge Gott
gestatten, dass unsere Gebete die Herzen dieser Seelen berühren dürfen“. Nach
dem Gedenkvortrag wendete sich Richard Bermann in einem Grußwort an die
Versammelten: „Wenn die Geschehnisse von damals heute in Erinnerung
gebracht werden, dann geht es nicht darum, dass sich Unschuldige schuldig fühlen
sollen, sondern dass wir alle Verantwortung übernehmen“. Die Geschichte solle
sich nicht wiederholen können. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier durch den
Tenor Alexander Yagudin und den Pianisten Grigor Asmaryan. |